Lernstörungen

Der Begriff „Lernstörungen“ fasst verschiedene spezifische Lernstörungen, wie Dyslexie , Dysgraphie, Dysorthographie, Dyskalkulie und einige weitere, seltenere Formen von Bildungsschwierigkeiten wie zum Beispiel Dyspraxie, also Bewegungsschwierigkeiten, zusammen.

Im Alltag werden für diese Störungen oft andere Bezeichnungen verwendet, wie Leseschwäche für Dyslexie, Schreibschwäche für Dysgraphie, Rechtschreibschwäche für Dysorthographie, und Rechenschwäche für Dyskalkulie. Menschen, die unter einer dieser Schwächen leiden, haben manchmal auch Symptome anderer Lernschwächen. Es kann z.B. sein, dass eine Person die Dyslexie hat, auch eine Schreib- oder Rechtschreibschwäche hat. Eine Kombination dieser beiden Lernstörungen nennt man im Alltag „Legasthenie“ bzw. „Lese-Rechtschreibschwäche“. Um wirklich von einer diagnostizierten „Störung“ sprechen zu können, werden von Psychologinnen bzw. Psychologen Tests durchgeführt und Fragen zur Beschulung, Lernmöglichkeiten usw. gestellt. Sind die Kriterien laut ICD-10, das ist das internationale Klassifikationssystem für Krankheiten und Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation erfüllt, spricht man von einer bestimmten „Störung“. Eine ärztliche und psychologische Abklärung bei vorhandenen Problemen ist sinnvoll, um das Problem konkret benennen und andere Ursachen (wie z.B. eingeschränkte Seh- oder Hörleistung oder unzureichende Beschulung) ausschließen zu können. In weiterer Folge wird in diesem Text somit nicht mehr der Begriff „Störung“ (z.B. Lese-Rechtschreibstörung) verwendet, sondern der Begriff „Schwäche“, da für das Vorhandensein von Lernstörungen, wie erwähnt, bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen.

Außerdem ist ein Nachteil des Begriffes „Lernstörung“, dass er meist eine negative Etikettierung der Betroffenen mit sich bringt. Wir legen jedoch Wert darauf, Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht als „gestört“ zu klassifizieren, sondern sie in ihren Bedürfnissen unter anderen Arbeitsbedingungen zu lernen, wahrzunehmen. Jeder Mensch lernt auf unterschiedliche Art, hat individuelle Stärken und Schwächen. Eine „Lernstörung“ hat außerdem nichts mit verminderter Intelligenz zu tun. Betroffene Menschen verfügen über eine normale, manchmal auch überdurchschnittlich hohe Intelligenz! Ein weiterer Nachteil des Begriffs „Lernstörung“ ist, dass er oft zu sehr mit dem schulischen Umfeld assoziiert wird. Das kann dazu führen, dass die Tatsache, dass sich die Probleme auch auf außerschulische Tätigkeiten auswirken und bis ins Erwachsenenalter andauern können, aus dem Bewusstsein gerät.

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